Walnusstinte im Tintenglas

DIY: Walnusstinte selber herstellen

Es ist Herbst, die Walnüsse an den Bäumen werden reif. Deshalb ist dies genau der richtige Zeitpunkt, um sich Walnusstinte selber herzustellen. Die Zutaten dafür könnt Ihr günstig bis kostenlos bekommen. Und die fertige Tinte besitzt einen wunderschönen warmen Braunton.

Besorgung der Zutaten

Als erstes solltet Ihr herausfinden, wo in Eurer Nähe ein Walnussbaum wächst. Dann lässt sich die Besorgung der Walnusschalen nämlich ganz einfach mit einem Herbstspaziergang verbinden. Nehmt unbedingt eine kleine Tüte und am Besten auch einen Gummihandschuh mit. Die Schalen färben nämlich schon beim Aufsammeln. Durch das Tragen von Handschuhen vermeidet Ihr einfach, dass Ihr hinterher braune Hände habt, die Ihr nicht mehr sauber bekommt 😉

Habt Ihr nun den Walnussbaum Eures Vertrauens gefunden, braucht Ihr die Walnusschalen. Nicht die verholzten Schalen, die sich um den essbaren Kern befinden, sondern die weichen Schalen drumherum. Diese sind zuerst grün und etwas fester, später weich und braun. Und diese Schalen solltet Ihr in Eurer mitgebrachten Tüte sammeln, um Euch nicht die Jackentasche oder Handtasche zu ruinieren. Die reifen Walnüsse kann man bei der Gelegenheit natürlich auch gleich mit einsammeln und später genießen 😉

Weitere Zutaten: Wasser und Alkohol oder Essigessenz zum Konservieren. Und was Ihr Euch noch bereitlegen solltet sind Gummihandschuhe und ein altes Tuch (Geschirrtuch, T-Shirt etc.) zum abfiltrieren.

Jetzt geht es los

DIY: Walnusstinte selber herstellen
Walnüsse schälen

Wieder zu Hause angekommen, werden die Walnüsse von der Schale getrennt, falls Ihr nicht sowieso nur die Schalen mitgenommen habt. Die Schalen noch etwas zerkleinern und in einen Kochtopf geben. Anschließend alles mit Wasser bedecken und zum Kochen bringen. Die “Suppe” nun 30 min köcheln lassen, dann das Ganze für ca. 24 Stunden mit Deckel stehen lassen.

Wenn Ihr einen Tag später wieder kommt, werdet Ihr wahrscheinlich feststellen, dass sich Euer Wasser inzwischen braun gefärbt hat. Gut so! Jetzt werden die Schalen abfiltriert. Dazu das alte Tuch in einen Trichter hängen und die Flüssigkeit unten auffangen. Nachdem alles durchgelaufen ist nochmal kräftig die übrig gebliebenen Schalen ausdrücken und alle Tinte auffangen. Die ausgepressten Schalen könnt Ihr jetzt entsorgen.

Die erste Schreibprobe

Nun kann zum ersten Mal die Walnusstinte getestet werden. Gefällt Euch die Farbe schon? Mir ist zu diesem Zeitpunkt die Farbe meist noch etwas zu hell. Deshalb reduziere ich die Tinte noch ein. Während Ihr den Sud köcheln lasst, ruhig ab und zu noch eine Schreibprobe machen. Sobald Ihr den gewünschten Farbton erreicht habt, den Topf von der Kochplatte nehmen und auskühlen lassen.

Die Walnusstinte haltbar machen

Da es sich bei dieser Tinte um ein reines Naturprodukt handelt, kann diese natürlich auch leicht anfangen zu schimmeln. Um dies zu verhindern wird mit Alkohol oder Essig konserviert. Mir persönlich stinkt der Essig zu stark, deshalb verwende ich lieber Alkohol. Ich habe Brennspiritus aus der Drogerie gekauft. Der ist nicht teuer und ausreichend hoch konzentriert. Aber wie schon erwähnt kann auch Essigessenz verwendet werden. In die ausgekühlte Tinte gebt Ihr einfach ein paar ml Eures Konservierungsmittels. Beim Alkohol vorsichtig testen, dass Ihr nicht zu viel zugebt. Ansonsten wird Eure Tinte zu dünnflüssig und verläuft auf dem Papier. Ich habe auf 50 ml Walnusstinte 5-6 ml Alkohol zugesetzt. Beim Essig habt Ihr dieses Problem nicht, aber die fertige Tinte riecht später beim Gebrauch nach Essig.

Das Finishing

Jetzt kommt der schönste Teil der Tintenherstellung. Die fertige Walnusstinte wird in ein Tintenglas oder anderes geeignetes Gefäß geschüttet und mit einem (mit Walnusstinte handgeschriebenen?) Etikett verschönert. Fertig ist die Tinte. Jetzt kann nach Lust und Laune geschrieben werden. 😀

Beachte: die Tinte enthält noch einige Schwebstoffe und kann daher nicht mit einem Füllfederhalter verwendet werden. Bitte nur für Zieh- und Zeichenfedern verwenden!

Viel Spaß beim Nachkochen!

Liebe Grüße aus dem Labor Deluxe, Eure Melanie

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