Wachssiegel erstellen

Wachssiegel erstellen: die wichtigsten Fakten

Inzwischen gehören sie zur Kalligraphie einfach dazu: die Wachssiegel. Sie unterstreichen den handgemachten Charakter der Kalligraphie und werten Papeterie deutlich auf. Doch was braucht man, um Wachssiegel zu erstellen und worauf muss man achten? Das erfährst Du in diesem Blogartikel

So entscheidest Du, welches Material, Du verwenden solltest

Für Wachssiegel gibt es aktuell 2 geeignete Materialien: Siegellack und Siegelwachs. Der Siegellack wird aus Baumharzen hergestellt und wurde schon vor Jahrhunderten zur Versiegelung von wichtigen Schriftrollen verwendet. 

Siegel, die mit Siegellack hergestellt werden sind spröde und “brechen” daher richtig beim öffnen des Briefs. Das, was früher eine wichtige Eigenschaft war, nämlich zu sehen, dass das Siegel noch unversehrt und die Nachricht damit ungelesen war, ist heute ein Nachteil. Beim Postversand zerbrechen die Siegel leicht durch Sortier- und Stempelmaschinen.

Dafür haben Siegel aus Siegellack einen wunderschönen Glanz und härten richtig fest aus.

Verwendet man Siegelwachs für sein Siegel, fehlt der schöne Glanz etwas. Auch ist das Wachs nicht so hart und kann mit etwas Kraft verbogen werden. Diese Flexibilität hat dafür zur Folge, dass das Siegel nicht gebrochen werden kann.

Dafür können die Wachssiegel problemlos mit der Post verwendet werden. Wer also plant, seine Post mit einem Siegel zu verschließen und dann mit der Post zu versenden, der ist mit Siegelwachs besser beraten.

So kannst Du das ganz einfach selber machen

Zur Herstellung des Siegels müssen sowohl Lack als auch Wachs geschmolzen werden. Zur Herstellung eines einzelnen Siegels ist ein Schmelzlöffel gut geeignet. Wenn Du Stangen hast, dann brich mit einem spitzen Gegenstand ein Stück vom Material ab. Das Wachs/der Lack wird in den Löffel gegeben und über einer Kerzenflamme geschmolzen. Sind alle festen Anteile verschwunden wird die flüssige Substanz ausgegossen und 10-15 Sekunden auskühlen gelassen.

Dann wird der Siegelstempel auf dem Wachs positioniert, leicht angedrückt und dort stehen gelassen, bis das Siegel vollständig erkaltet ist. Danach kann der Stempel problemlos entfernt werden.

Löst sich der Siegelstempel nur schwer, ist das Siegel noch nicht ausgehärtet und sollte noch etwas stehen gelassen werden. 

Siegellack mit Schmelzlöffel und Siegelstempel
Goldener Siegellack auf einem Schmelzlöffel
Für Massenproduktion geht man anders vor

Während die Methode mit dem Schmelzlöffel für ein einzelnes Siegel oder eine kleine Menge gut geeignet ist, so ist sie doch zu zeitintensiv, wenn man eine ganze Reihe Wachssiegel herstellen möchte. 

Inzwischen gibt es Siegelwachs in Stangen, das sich mit einer einfachen Heißklebepistole schmelzen lässt. Diese Methode ist nur für Siegelwachs anwendbar, da es kein Siegellack in passenden Stangen gibt.

Am besten am Anfang austesten, wie oft Du bei Deiner Heißklebepistole drücken musst, um eine gute Menge für ein Wachssiegel zu bekommen. Wenn Du das weißt, kannst Du ein Wachssiegel nach dem anderen Herstellen.

Tipp: Stelle Dein Siegelstempel zwischendurch auf einen Kühlpack, damit er wieder auskühlen kann. Sonst dauert das Aushärten des Siegelwachses zu lange.

Für die massenmäßige Produktion von Siegeln aus Siegellack gibt es heizbare Schmelztigel. Dort füllt man Siegellack in Form von kleinen Kugeln ein und schmilzt den ganzen Inhalt. Ist alles verflüssigt, kann ein Siegel nach dem anderen ausgegossen werden. Die Geräte sind allerdings deutlich teurer als eine Heißklebepistole und für einen einmaligen oder seltenen Gebrauch deshalb nicht so geeignet.

Siegelstempel auf einem Kühlpack und Wachssiegel
Siegelstempel auf einem Kühlpack
Siegelstangen mit Docht

Es gibt auch Siegelwachs und Siegellack in Stangen mit Docht in der Mitte. So soll man einfach den Docht anzünden und das schmelzende Material tropft auf den Brief.

Das ist sicherlich die einfachste Methode, um sein Wachs oder Lack zu schmelzen. Empfehlen kann ich sie allerdings nicht, da ich mich an flüssigem Siegellack schon bös verbrannt habe. Seitdem gibt es bei mir nur noch Schmelzlöffel und Heißklebepistole 😉

Wie viel Wachs benötigt man?

Bei den Stangen für Heißklebepistolen gibt es zwei Größen: 11mm für die herkömmlichen Heißklebepistolen und 7mm für kleine Heißklebepistolen. Also gut darauf achten, dass Du Dir die richtige Größe bestellst!

Aus den kleinen Stangen kann man ca. 5 Siegel herstellen, aus den großen Stangen 8-10 Siegel. Aber je nachdem, wie viel Wachs Du verwendest und wie groß Dein Siegelstempel ist, können diese Zahlen natürlich schwanken. 

Positionierst Du Dein Wachssiegel auf einem Band oder soll noch ein Blümchen mit eingearbeitet werden, dann solltest Du unbedingt noch zusätzlichen Bedarf einkalkulieren, da Du so mehr verbrauchst.

Ein loses Siegel herstellen

Möchtest Du ein einzelnes Siegel herstellen, dass nicht auf einem Brief klebt, oder möchtest Du, dass sich Dein Siegel mit einem Band vom Brief herunterschieben lässt, dann gibt es einen einfachen Trick: 

Du kannst Dein Siegel auf einem Stück Backpapier herstellen. Nach dem Auskühlen lässt es sich ganz einfach ablösen und Du hast ein loses Wachssiegel. Das funktioniert übrigens auch mit einer Marmorplatte sehr gut. Diese hat zusätzlich die Funktion, dass sie das Wachssiegel auskühlt. Vielleicht hast Du ja Fensterbänke aus Marmor bei Dir zu Hause… 🙂

Und wenn Dein Wachssiegel mit einem Band vom Brief herunterschieben möchtest, dann leg ein kleines Stück Backpapier unter die Stelle, an der Du das Wachssiegel herstellen möchtest. Ist es ausgekühlt, kannst Du das Papier wieder entfernen und Dein Siegel klebt nicht an der Stelle fest.

Wachssiegel auf Backpapier
Wachssiegel auf Backpapier

Worauf möchtest Du Dein Wachssiegel setzen? Ist auch Kalligraphie im Spiel, wie man die Kombination ja oft sieht? Oder möchtest Du ganz klassisch Briefumschläge verschließen? Schreib es mir in die Kommentare!

Liebe Grüße

Deine Melanie

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